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Aktuelle Pressemitteilung Schloss Dätzingen Teilnahme an der 46. ART Cologne (18.–22.04.2012)
Pressebilder:
W. Baumeister, Schwebend auf Gelb mit Ellipse, 1950
Öl auf Hartfaser, 65 × 81 cm
W. Gaul, Lincoln's dream, 1962 Collage und Lack auf Leinwand, 180 ×150 cm
K. O. Götz, November 1953/III, 1953
Mischtechnik auf Leinwand
80 × 100 cm
Wir freuen uns Sie auf diesem Wege sehr herzlich zum Besuch unseres Messe-Standes auf der diesjährigen
ART COLOGNE einladen zu dürfen.
Die Kunstmesse findet vom 18. bis 22. April 2012 in Halle 11 der Kölner Messehallen statt.
Der
Stand D 018
der Galerie Schlichtenmaier befindet sich an zentraler Stelle in
Halle 11.2
Öffnungszeiten sind täglich von 12 bis 20 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr.
Vor Ort erreichen Sie uns unter
0177-230 95 94
Der mittlerweile 23. Auftritt der Galerie bei der ART COLOGNE wird sich in diesem Jahr drei künstlerischen Schwerpunkten zuwenden.
Die
»klassische Abstraktion«
ist mit Arbeiten von Künstlern des
Hölzel-Kreises präsent. Neben Adolf
Hölzel
selbst sind Willi
Baumeister, Julius
Bissier, Adolf
Fleischmann, Johannes
Itten
und Oskar
Schlemmer
vertreten. Dabei das 1963 entstandene Gemälde von Adolf Fleischmann »Composition # 623 – Space and Light« und »Schwebend auf Gelb mit Ellipse« (1950) von Willi Baumeister.
Das zweite Hauptaugenmerk ist auf das
»Informel«
mit Werken von Peter
Brüning, Karl Otto
Götz, Winfred
Gaul, Otto Herbert
Hajek, KRH
Sonderborg
und Emil
Schumacher
gerichtet. Unter diesen Arbeiten hervorzuheben sind von Emil Schumacher das 1998 entstandene Gemälde »Ri-Ra«, von Winfred Gaul »Erden und Minerale II«, 1956 und von Karl Otto Götz das Gemälde seiner frühen informellen Phase »November 1953/III«.
Die
»Hard-Edge«
Malerei der 1960er Jahre bildet einen dritten Schwerpunkt: Gemälde von Rupprecht
Geiger, Winfred
Gaul
und Georg Karl
Pfahler
geben einen Einblick in diesen Teil des Galerie-Programms. Winfred Gaul, der auch für den Schwerpunkt der informellen Arbeiten steht repräsentiert diesen Schwerpunkt mit Arbeiten, wie »Doppel-EN«, 1966 oder »Lincoln’s Dream« von 1962.
Einen
besonderen Akzent
bieten wir in diesem Jahr mit der Präsentation hervorragender Stahl-Plastiken von Erich
Hauser. Darunter die Arbeit »13/76«.
Über eine Ankündigung oder Berichterstattung würden wir uns sehr freuen.
Weitere Informationen und Photomaterial zu den Künstlern unserer Messe-Teilnahme bekommen Sie auf unserer Homepage
www.schlichtenmaier.de
bzw. durch Kontaktaufnahme unter
Tel.
07033-4 13 94.
Zusätzliche Informationen zur Messe hält die Homepage
www.artcologne.de
bereit.
Bei Fragen und weiteren Bildwünschen sind wir Ihnen gerne behilflich.
Teilnahme an der 45. ART Cologne (13.–17.04.2011)
Druckfähige Pressebilder: Horst Antes, Großes Paar, 1963, Öl/Leinwand Peter Brüning, Ohne Titel, um 1963, Öl, farbige Kreide/Leinwand K. O. Götz, Vedö, 1958, Öl auf Leinwand
(Klick mit rechter Maustaste und »Ziel speichern unter...«)
sehr gerne möchten wir Sie auf diesem Wege zur 45. ART Cologne 2011 einladen. Die älteste Kunstmesse in Deutschland findet dieses Jahr vom
13. bis 17. April
2011 in Halle 11 der Kölner Messehallen statt. Sie finden den
Stand B 031
der Galerie Schlichtenmaier an zentraler Stelle in der
Halle 11.2. Die Messe ist täglich geöffnet von
12 bis 20 Uhr, am 17. April von 12 bis 18 Uhr. Vor Ort erreichen Sie uns unter der Telefonnummer
0177 / 230 95 94. Unsere Galerie ist bereits zum
22. Mal
auf der ART Cologne
vertreten
und präsentiert mit Arbeiten von
Horst Antes,
Willi Baumeister,
Julius Bissier,
Peter Brüning,
Karl Otto Götz,
Gerhard Hoehme,
Adolf Luther,
Ernst Wilhelm Nay,
Oskar Schlemmer,
Bernard Schultze,
Emil Schumacher,
Walter Stöhrer,
Fred Thieler
und
Hann Trier
eine repräsentative Auswahl aus dem Galerieprogramm. Die getroffene Auswahl spiegelt die Vielfalt unseres Programms wider.
Einen
Schwerpunkt
des Messeauftritts wird damit die Kunst des
Informel und die Kunst der 1960er Jahre
bilden. Außergewöhnliche Werke sind die Gemälde
»Vedö«
von
1958, das
Karl Otto Götz 1959 auf der II. documenta
in Kassel präsentierte und vom selben Künstler
»Karant«
aus dem Jahr
1957, das
1958 erstmals auf der Biennale in Venedig ausgestellt
wurde – beides herausragende Beispiele für die Verbindung von malerischer Dynamik mit poetischer Tiefe. Peter Brüning
ist sowohl mit einem ausdrucksstarken Gemälde aus dem Höhepunkt seiner gestisch-informellen Phase vertreten, als auch mit einem
1970, kurz vor seinem Tod entstandenen kartografischen Werk mit dem Titel
»Umleitung«, welches seine imposante Weiter-entwicklung seiner Bildsprache verdeutlicht und bereits ein Jahr später auf der Ausstellung »Superländer und Signale« im Kunstverein der Rheinlande und Westfalen präsentiert wurde.
Das Gemälde
»Dynamisch-Elementar«
von
Ernst Wilhelm Nay
war viele Jahre Leihgabe in der Staatsgalerie Moderner Kunst in München. Im Jahr
1967
entstanden gehört es zu den jüngst neu in musealen Ausstellungen entdeckten Spätwerken des Künstlers, mit über den Bildraum hinausweisenden dynamisch-flächigen Formen und klaren Farben. Während sich die Galerie Schlichtenmaier derzeit in ihrer Stuttgarter Dependance den Gemälden der achtziger Jahre von
Horst Antes
widmet, werden dessen Gemälde der sechziger Jahre in einem Sonderbereich des Messestandes präsentiert. Darunter das monumentale Gemälde
»Großes Paar«
von
1963, ausgestellt
1966 auf der 33. Biennale in Venedig
oder dessen
»Interieur mit Stillleben«
von
1964, das der Künstler im Entstehungsjahr auf der
III. documenta
in Kassel zeigte. In zwei Kabinetten werden Werkgruppen von
Willi Baumeister
und
Oskar Schlemmer
zu sehen sein.
Teilnahme an der 8. art Karlsruhe (10.–13.03.2011)
Druckfähige Pressebilder: Horst Antes: Interieur mit Stillleben, 1964, Eiöltempera/Leinwand Willi Baumeister: Afrikanisch (auch »Kref« genannt), 1947, Öl m. Kunstharz und Spachtelkitt/Karton Adolf Fleischmann: St. # 811, 1963, Öl/Leinwand Karl Otto Götz: Vedö, 1958, Öl/Leinwand
(Klick mit rechter Maustaste und »Ziel speichern unter...«)
Die Galerie Schlichtenmaier nimmt an der
8. art Karlsruhe
teil, die vom 10. März bis 13. März 2011 (Do–Sa 12–20 Uhr, So 11–19 Uhr) auf dem
Karlsruher Messegelände
stattfindet. Der
Stand H3/G19
der Galerie Schlichtenmaier befindet sich im
Zentrum der Halle 3. Vor Ort ist die Galerie unter Tel. 0172 90 86 50 7 erreichbar. Die Galerie mit Sitz in Stuttgart und in Schloss Dätzingen gibt einen Einblick in ihre konsequent verfolgte programmatische Galeriearbeit.
Den künstlerischen Beginn markieren ausgesuchte Werkgruppen von
Adolf Hölzel,
Willi Baumeister
und
Julius Bissier.
Vertreten
Max Ackermann,
Adolf Fleischmann
und
Georg Meistermann
die lyrische Abstraktion auf musealem Niveau, stehen die auf den documenta-Ausstellungen gezeigten Werke von
K. O. Götz
und
Horst Antes
beispielhaft für das Informel, bzw. die Neue Figuration. Eine gesonderte Präsentation mit Gemälden von
Emil Schumacher
und plastischen Arbeiten von
Jürgen Brodwolf
setzt den Dialog von Figuration und Abstraktion fort und lenkt den Blick auf deren Interesse an einer geformten Stofflichkeit und Poesie des Materials.
Cordula Güdemanns
Intention gilt in ihrem zweiteiligen Großformat (Lange Nacht im Museum, 2010) in gleicher Weise einer expressiv blauen Figur wie der magisch wahrgenommenen abstrakten Peinture, die sich zu einem eigenständigen für Sie ungewöhnlichen gegenstandslosen Gemälde verselbständigt. Bei den mit der Flex bearbeiteten Stahlarbeiten
Camill Leberers verwischen sich die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur zu einem besonderen Erlebnis von Farbe und Licht in einer räumlichen Dimension. Über eine Ankündigung und/oder Berichterstattung würden wir uns sehr freuen Bei Fragen, weiteren Bildwünschen etc. dürfen Sie sich jederzeit unter
0 70 33 41 39 4 melden.
Schau-Lager-Fenster – Besonderheiten aus dem Galeriedepot
Druckfähige Pressebilder: Robert Breyer: Stillleben, 1905, Öl/Leinwand Heinrich Altherr: Landschaft in der Bretagne, 1909, Öl/Leinwand Karl Hubbuch: Markthalle von Paris, 1958, Öl/Hartfaser (Klick mit rechter Maustaste und »Ziel speichern unter...«)
Schau-Lager-Fenster – Besonderheiten aus dem Galeriedepot 13. März bis 30. April 2010 (seitdem gab es keine neue Ausst.) Galerie Schlichtenmaier, Schloss Dätzingen, Grafenau Öffnungszeiten: Di–Fr 11–18.30 Uhr, Sa 11–16 Uhr Eröffnung: Samstag, 13.3, 11–16 Uhr
Vielen Stammbesuchern der Galerie sind die Sanierungsarbeiten am Schloss Dätzingen, die seit mehreren Monaten in Gange sind, bereits aufgefallen. Die sich noch bis zum Ende des Jahres 2010 hinziehenden Umbauarbeiten, die auch eine Aufwertung der Ausstellungsräume der Galerie Schlichtenmaier bewirken werden, haben eine Neustrukturierung der Galerie-Lagerräume nötig gemacht. In diesem Zusammenhang sind den Galeristen und Mitarbeitern viele Kunstwerke vor Augen gekommen, die seit vielen Jahren nicht mehr innerhalb einer Ausstellung adäquat präsentiert wurden.
So wird von Oskar Schlemmer, der für seine Kunstfiguren bekannt ist, das kleinformatige, um 1940 entstandene Ölgemälde »Waldinneres« zu sehen sein, das als Vorarbeit für ein Fresko im Speisesaal der Firma K. Martin in Offenburg entstanden. Das unverfänglichere Thema der Landschaft wählte Schlemmer auch, weil die NSDAP das Projekt genehmigen musste. Von dem für seine expressiven Landschaftsdarstellungen bekannten »Brücke«-Künstler Karl Schmidt-Rottluff wird wiederum ein spätes, die afrikanische Exotik in Form einer Kalebasse einfangendes Stillleben von 1971 gezeigt. Heinrich Altherr ist nicht nur mit expressiven Figurenkompositionen, sondern auch einer seltenen Bretagne-Landschaft von 1909 vertreten, Paul Kleinschmidt und Ludwig Meidner mit aufschlussreichen Selbstbildnissen und Gottfried Graf mit mehreren Stillleben. Selten gezeigte Arbeiten von unter anderem Jakob Bräckle, Wilhelm Geyer, Karl Hubbuch, Ida Kerkovius, August Macke und Adolph von Menzel runden das Angebot ab.
Insofern offenbart die Ausstellung »Schau-Lager-Fenster« Einblicke in unbekanntere Facetten des künstlerischen Wirkens einiger Galerie-Künstler. Die Ausstellung ist »Schau-Fenster« in eine von außergewöhnlichen Kleinoden bestimmten Kunstwelt und gewährt zudem als »Schau-Lager« einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Galeriebetriebs.
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Aktuelle Pressemitteilung Stuttgart Horst Antes. Gemälde 1984 bis 1987
Druckfähige Pressebilder: Schwarze Figur (Malachit), 1983/84, Acryl auf Sperrholz Haus, Blaues Dach, Rot, Weiß, 1986, Acryl auf Leinwand Blaue Figur mit weißem Tier, 1985/86, Acryl auf Leinwand
(Klick mit rechter Maustaste und »Ziel speichern unter...«)
25. März bis 30. April 2011 bis 19. März 2011 Vernissage: 24. März 2011, 19.30 Uhr Galerie Schlichtenmaier, Kleiner Schlossplatz 11, Stuttgart Öffnungszeiten: Di–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–17 Uhr
Die erste
Veröffentlichung
eines Bandes des insgesamt zehnbändigen
Werkverzeichnisses
der Gemälde von Horst Antes nimmt die
Galerie Schlichtenmaier
zum
Anlass, um einen der international geschätzten Hauptvertreter der Karlsruher Figuration mit einer
Einzelausstellung
zu würdigen. Bezug nehmend auf die in diesem sechsten Band dokumentierten,
zwischen 1984 und 1987 entstanden Arbeiten, zeigt die Ausstellung eine beispielhafte Auswahl von Gemälden. Die achtziger Jahre gelten als eine
wichtige Umbruchphase im Werk
des Künstlers, da er in diesem Jahrzehnt in vertiefender
Auseinandersetzung mit außereuropäischen Kulturen
zu einer weiteren
Bereicherung seiner individuellen Formensprache
findet: Spätestens ab Mitte der 1980er Jahre wird seine berühmt gewordene
Kunstfigur des »Kopffüßler«
immer mehr von seinen
formal reduzierteren Haus-Darstellungen
abgelöst.
Horst Antes
(geb. 1936 Heppenheim/Bergstraße) zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten Vertretern der Nachkriegskunst in Deutschland. Der einstige Schüler von
HAP Grieshaber
ist als einer der ersten Protagonisten einer neuen figurativen Malerei in Deutschland in die Kunstgeschichte eingegangen. Antes’ nahezu obsessive Beschäftigung mit der Figur sowie den beiden Motiven »Kopf« und »Haus« werden in seinen Bildfindungen als durchgängig wiederkehrende Bearbeitungen deutlich, die sich zu einem durchkonstruierten Formel-Vokabular etablieren. Sie stehen bis heute symptomatisch für sein künstlerisches Konzept und zeugen von einer anerkennenswerten Konsequenz in seinem umfangreichen und vielseitigen Œuvre.
Positionen der 1960er Jahre. Farbe – Form – Zeichen
28. Januar bis 19. März 2011 Galerie Schlichtenmaier, Kleiner Schlossplatz 11, Stuttgart Öffnungszeiten: Di–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–17 Uhr
Die Gruppenausstellung legt den Schwerpunkt auf die künstlerischen Entwicklungen der 1960er Jahre und versammelt elf Künstler, sechs Maler und fünf Bildhauer:
Gerlinde Beck, Peter Brüning, Rolf-Gunter Dienst, Rupprecht Geiger, Gotthard Graubner, Otto Herbert Hajek, Erich Hauser, Thomas Lenk, Georg Karl Pfahler, Lothar Quinte
und
Paul Reich. Bis auf Geiger und Graubner sind die ungegenständlichen Maler dieser Ausstellung vornehmlich durch Tachismus und Informel des vorausgegangenen Jahrzehntes geprägt und haben im Laufe ihrer Werkentwicklung nach neuen Orientierungen gesucht, die nicht mehr so stark im Einfluss der französischen Kunst und Abstraktion der Nachkriegszeit geprägt waren, sondern von heraldischen Gestaltungen und Organisationen der Farbe, Form und des in der Plastik konkreten Raumes bestimmt waren. Die amerikanische Minimal Art und die Farbfeld-Malerei, später das Hard-Edge-Painting sowie die Pop Art waren dominante Einflüsse, die zu eigenen Formulierungen führten. Die deutsche Kunst dieser Zeit suchte wieder ihren internationalen Anschluss, von dem sie durch die Kunstdiktatur des Dritten Reiches abgeschnitten war.
Gotthard Graubner
schuf seit Ende der fünfziger Jahre in seinen Kissenbildern monochrome, pulsierende Farbflächen, in denen die Farbe stark versank und zugleich zu einer leuchtenden, dynamischen Kraft wurde. Auch bei
Rupprecht Geiger
gewann die Farbe eine strahlende Ausstrahlungskraft durch ihre formale Organisation und räumliche Bewegung und steigerte sich als autonomes Wirkungsmittel zu appellativen Dialogen. Von einem impulsiven Duktus bestimmt waren anfänglich noch die zu einer strengen Farbordnung geprägten Gemälde von
Lothar Quinte
und
Georg Karl Pfahler. Verwischungen und Strukturen differenzierten die kompakten Farbflächen und schufen Bewegungen in einem imaginativen Raum, um später einer starken Farbigkeit zu weichen und strengeren Bildgefügen Platz zu geben. Ab Mitte der 1960er Jahre gab auch
Peter Brüning
seinen gestisch-informellen Malstil zugunsten von topographischen Ikonographien auf und führte in seinen „Landschaftsbildern“ die Welt kartographischer Zeichen ein, sodass sich in ihnen zwar Farbe, Form und Raum konkretisierten, jedoch ebenso einem in der Fläche gefangenen, abstrakten Zeichencodex verhaftet blieben.
Rolf-Gunter Dienst
sieht seine Arbeit zunächst inspiriert vom Informel unter Berücksichtigung neuer Ordnungsmöglichkeiten, die ihn in Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Colour-Field-Painting in den sechziger Jahren zu organoiden, starkfarbigen Formkonstellationen führten.
Die abstrakt arbeitenden Bildhauer in dieser Ausstellung haben meist ihren Ursprung in figurativen Anfängen und entwickelten während der fünfziger Jahre eine freie, rein skulpturalen Motiven und Bedingungen folgende Formensprache. Die informelle Gestaltung war auch bei ihnen oft ein entscheidender Impuls wie etwa bei
Otto Herbert Hajeks „Raumknoten“ und „Raumschichtungen“. Mitte der sechziger Jahre wandelte sich seine Bildsprache hin zu einem konkreteren Ausdruck unter Einbezug einer starkfarbigen, in Streifen angelegten Flächenorganisation, die umgebenden Raum und plastisches Volumen miteinander verbanden, wie exemplarisch an seinen „Farbwegen“ abzulesen ist. Dialektische Spannung interessierte
Thomas Lenk
dagegen durchgängig. Waren es in seinen ersten prägnanten Skulpturen Metallstäbe und andere Materialien, folgten Schichtungen gleicher Formen in Kombination mit farbigen Akzentuierungen, die sich in den Raum hineinstaffelten. Seit den sechziger Jahren verband
Paul Reich Stein, Metall und Glas zu „Lichtplastiken“, die geschlossene bronzene Körper mit durchdifferenzierten Oberflächen und diaphanen Plexiglasscheiben verbanden und folgte hierin konsequent seiner Forderung nach „Bildnerischem Raumerleben durch Raumpunktuierungen“. In den stählernen, monumental anmutenden Plastiken von
Erich Hauser
entwickelt sich stets eine energetische, räumliche Ausspannung in der kubischen Verblockung geschliffener Flächen. Die vielgestaltig zueinander geordneten kubischen Blöcke, unterbrochen und gegliedert durch Schlitze und Faltungen, teilweise mit stehen gelassenen Arbeitsspuren im Frühwerk, weichen später dem Thema der Säule und Wände. Die einzige weibliche Vertreterin in dieser Ausstellung ist auch die einzige, die sich lebenslang der künstlerischen Fragestellung im Darstellen der menschlichen Figur widmete: Ab 1963 entwickelt
Gerlinde Beck
ihre umhüllten und eingeschalten Plastiken weiter zu konstruktiven Ordnungen und kubischen Körpern, die ineinander verschachtelt sind und lastende, in Bewegung geratene Massen darstellen.
Die elf Künstler dieser Ausstellung markieren neue Gestaltungsmöglichkeiten, wie sie sich im Kontext der sechziger Jahren entwickelten und diese dominant bis heute charakterisieren. Authentizität des künstlerischen Schaffens und besondere individuelle Qualitäten finden dabei zusammen und werden in den ausgestellten Arbeiten exemplarisch veranschaulicht.
Camill Leberer – Neue Werke
Druckfähige Pressebilder: Behind that curtain, 2010, Lack, Farbe, Edelstahl, 200 x 150 cm 0 Uhr 46, 2010, Lack, Farbe, Edelstahl, 115 x 115 cm Blue Rain, 2010, Farbe, Stahl, 110 x 110 cm (Klick mit rechter Maustaste und »Ziel speichern unter...«)
Camill Leberer – Neue Werke 13. November bis 4. Dezember 2010 Galerie Schlichtenmaier, Kleiner Schlossplatz 11, Stuttgart Öffnungszeiten: Di–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–17 Uhr Soirée: Freitag, 12. November 2010, 17 bis 21 Uhr
Vom 13. November 2010 bis zum 16. Januar 2011 findet im Kunstmuseum Stuttgart die Ausstellung »Camill Leberer« statt. Parallel dazu zeigt die Galerie Schlichtenmaier vom 12. November bis 4. Dezember 2010 in ihrer Stuttgarter Dependance auf dem Kleinen Schlossplatz die Ausstellung »Camill Leberer – Neue Werke«. Die Soirée zur Eröffnung findet, parallel zur Vernissage im Kunstmuseum, am Freitag, den 12. November 2010 zwischen 17 Uhr und 21 Uhr statt.
Obwohl er nicht mit klassischen, formbaren Materialien arbeitet, sieht sich Camill Leberer als »Bildhauer«. Für den Stuttgarter Künstler ist die sinnliche Präsenz von Farbe, Form, Material, und Raumgestaltung relevant. Seit den frühen 1980er Jahren setzen sich in seinem OEuvre geometrische gegenstandslose Gestaltungsmittel durch. Zur konstruktiven und konkreten Kunst bestehen zwar formale Affinitäten, das künstlerische Ergebnis weist jedoch andere inhaltliche Absichten auf. Sichtbar wird auf den ersten Blick zunächst eine starke Tendenz zur Räumlichkeit, die sich durch seine sehr individuelle Behandlung der Materialien Metall, Glas, Spiegel, Farbe und Lack entwickelt. Im Gegensatz zur konstruktiven und konkreten Kunst entzieht Leberer seinen Werken jegliche Wirkung von rationaler Sachlichkeit. Er verleiht ihnen vielmehr eine Sinnlichkeit von hintergründiger Intellektualität.
In Leberers Werk behauptet sich eine äußerst subjektive Bildsprache, geprägt von persönlichen Eindrücken und Erinnerungen. Das szenische Moment seiner Kompositionen auf Metalltafeln suggeriert durch die bühnenartige Wirkung eine erzählerische Struktur. Die gestischen Spuren der zumeist mit einer Flex ausgeführten Metallbearbeitung werden mit flächig oder auch wolkig anlegten Spuren von Lackierungen und Besprühungen von Farbe überarbeitet. Mit seinen Objekten bewegt sich Leberer auf einem die Grenzen der Gattungen Bildhauerei, Malerei sowie Architektur jeweils überschreitenden, ambivalenten Gebiet. Indem Camill Leberer diese vereint, erreicht er deren Verbindung und auf diese Weise im Erleben von Farbe und Licht in einer räumlichen Dimension seinen künstlerisch autonomen Beitrag.
In seinen aktuellen Arbeiten greift der Künstler gerne auf ein dominant wirkendes Goldgelb zurück, das in der Regel transparent aufgetragen ist und wie ein farbiges Symbol für Licht erscheint – vergleichbar dem Goldgrund auf Ikonen oder mittelalterlichen Tafelbildern. Dieser Farbklang wird durch schwarze, lilafarbene, blaue und orange Lackfarben ergänzt. Wichtige Impulse für sein heutiges bildnerisches Schaffen empfing Leberer aus Afrika, das er 2003 bereiste. Dieser Aufenthalt regte ihn vor allem zur Erweiterung und Intensivierung seiner Farbpalette an. Die freie und differenzierte Bearbeitung der Metallplatten mit der Flex hinterlässt glänzende gestische Spuren, welche in Zusammenwirkung mit Licht maßgeblich die optischen Effekte der Tiefenwirkung im Bild bewirken. Die Bildfläche wirkt strukturiert und es entwickelt sich die für Leberer so charakteristische vielschichtige Wirkung von Räumlichkeit im Bild. Mit dieser individuellen, einzigartigen Technik, deren Urheberschaft man Leberer uneingeschränkt zuweisen muss, zeigt sich im Werk eine in der Kunst in dieser Art vollkommen neue fluide, atmosphärische Situation, die über das Formalästhetische und rein rational wahrnehmbare Erleben eines Bildes hinausgehend, dem Werk eine immaterielle Qualität vermittelt.
Biografie Camill Leberer
1953 geboren in Kenzingen/ Breisgau 1978–84 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart 1984 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg 1985 Preisträger im Forum junger Kunst
1987/88 Dozent für Bildhauerei an der Fachhochschule für Gestaltung Pforzheim
1988 Stipendiat der Villa Massimo, Rom 1991 Förderpreis der Stadt Stuttgart 1991–92 Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart lebt in Stuttgart
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