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konkrete Positionen

 
Eng gefasst, ist der Begriff der Konkreten Kunst eine nicht figurative Bewegung, die sich aus dem Konstruktivismus und deren verwandten Stilen – etwa De Stijl in den Niederlanden und dem Suprematismus in der frühen Zeit der Sowjetunion – gebildet hat. Heute spannt sich der Bogen konkreter Positionen weiter. Anfangs konkurrierte die Bezeichnung noch mit der absoluten Kunst, die dann aber einen eigenen Fortgang nahm. Die Konkrete Kunst wandte sich gegen die Darstellung von Vorgaben aus der Natur bzw. der sichtbaren Umgebung, aber auch gegen die Bezeichnung der Abstraktion, da ihre Vertreter durchaus Inhalte, also nicht nichts transportierten. Im Zuge der Industrialisierung, später der Digitalisierung und schließlich der Vernetzung stand nicht mehr der emotionale, sondern der verstandesmäßige Zugang und die Augenhöhe zu den technischen Neuerungen im Zentrum des – konkreten – Interesses. Farbe und Form wurden selbst die Inhalte, Design und freie Kunst verschmolzen zur Einheit.

In den Titeln drückt sich oft schon die Vielschichtigkeit der konkreten Bezüge aus, seien sie aus der Erfahrungswelt entlehnt, aber völlig neu konnotiert (etwa »Tag und Nacht« von W. Gaul), lapidare Seinsbeschreibungen (wie in A. Stankowskis »Acht Quadrate auf Orange«), archivalische Bezifferungen (z. B. »6/III« von L. Quinte) oder schlicht und bewusst titellos (bei A. Fleischmann, A. Martinmüller, A. Mavignier u. a. m.). Formal überschneiden sich die konkreten Positionen mit anderen Strömungen wie Minimalismus, Hard Edge, Op Art oder Zero, die alle Spielarten einer künstlerischen Selbstbezüglichkeit darstellen. Jüngere Entwicklungen tragen über die Geometrisierung hinaus einer Globalisierung Rechnung, die sich in der Vernetzung mit dinglich-räumlichen (P. Sehringer) oder geistig-kulturellen (C. Leberer) Inspirationen widerspiegelt.

Kurzum:
»Konkrete Positionen« sind keine Reduktion auf abstrakte Vorstellungen, sondern absolute Setzungen des menschlichen Geistes, die so gegenwärtig sind wie die Schöpfungen der Natur. »Die Kunst«, so Paul Klee, »gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.«

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